In fadentragender Rolle

Sie ist Applaus und Red Carpet Auftritte gewohnt. Jetzt brilliert sie im neuen Stück des Starnberger Marionettenensembles in der Rolle der Lebkuchenkuh.

Premiere mit Muh: Die Lebkuchenkuh in Starnberg

Am 29. November hat „Kasperl und die Lebkuchenkuh“ in Starnberg Weltpremiere. Bei den streng geheimen Proben konnten wir der Marionetten-Hauptdarstellerin, die in der Rolle der Lebkuchenkuh glänzt, ein Exklusiv-Interview entlocken. Ohne alle Starallüren bot sie sofort das Du an und nahm uns mit hinter die Kulissen.

Weltpremiere, Scheinwerferlicht, bist du schon aufgeregt?

Aber ja. Ganz gleich, wie oft man schon auf der Bühne gestanden hat, ich fürchte mich immer davor, mich zu verheddern.

Wovon handelt das Stück?

Ich will nicht zu viel verraten. Nur das: Durch magischen Zauber wird eine Kuh (die ich spiele) in eine Kuh aus Lebkuchen verwandelt. Das lockt allerlei hungrige Gestalten an, die mich anknabbern oder aufessen wollen … überall lauern Gefahren und kniffelige Situationen, die man nur gemeinsammeistern kann – mit MUHt und Fantasie. Wie im echten Leben: ohne Ideen geht nichts!

Das klingt nach einem echten Abenteuerstück voller Spannung, Überraschung und Witz.

Ja, genau. Unser Stückeschreiber hat sich selbst übertroffen und zusammen mit dem Ensemble ein fabelhaftes Zauberstück geschaffen. Dass ich die Lebkuchenkuh spielen darf, ist ein echter Höhepunkt meiner Karriere. Die Handlung steckt voller aufregender Wendungen – ein großartiges Vergnügen bis zum letzten Fadenzug!

Welche Szene hat dir besonders Spaß gemacht?

Die mit den Kindern. Die mit dem Schneemann. Die mit dem Frosch – ach, jede für sich hat ihren Reiz.

Welcher Moment war besonders herausfordernd für dich?

Ganz klar die Verwandlungszene. Für mich als Marionette ist Beweglichkeit das A & O. Alle elf Fäden wollen sitzen, jede Bewegung mit Grazie und Ausdruck rübergebracht werden. Mich von einer Lebkuchenkuh in eine reguläre Muh-Kuh zu verwandeln, das verlangt mir an Technik und schauspielerischer Gabe einiges ab. Ich verrate nicht, wie oder ob das gelingt. Nur so viel: es ist sehenswert!

Und welche Szene ging dir emotional besonders unter die Fäden?

Die mit dem Wolf. Der Kollege, der diese Rolle spielt, ist ein begnadeter Marionettenwolf-Darsteller. Ich fürchtete wirklich, er würde mir ein Loch ins Kostüm beißen.

Kasperl ist als ein großer Faxenmacher bekannt. Wie war die Zusammenarbeit mit ihm?

Grandios - ob privat oder auf der Bühne: sein Schalk ist einzigartig. Wir schätzen uns sehr, vielleicht sogar mehr.

Das hört sich ja fast verliebt an …

Entschuldigung, aber dazu möchte ich keinen Kommentar abgeben.

Hast du ein persönliches Ritual gegen Lampenfieber?

Man wünscht sich unter Marionetten-Schauspielern oft „Holz- und Fadenriss“ oder „toi toi toi“. Ich passe das immer an meine aktuelle Rolle an. Darum murmele ich jetzt vor jedem Auftritt „muh, muh, muh“ in mein Bühnenfell.

Die Aufführungstermine in Starnberg

Sa 29.11., 14.00 Uhr & So 30.11., 11.00 und 14.00 Uhr / Sa 13.12., 14.00 Uhr & So 14.12., 11.00 und 14.00 Uhr / Sa 20.12., 14.00 Uhr & So 21.12., 11.00 und 14.00 Uhr