Starnberger Seeleben

Dr. med. Luis Schuster

Beweglichkeit mit Sinn & Maß

Zuverlässig zum Jahreswechsel will das schlechte Gewissen in ein gutes verwandelt werden und bittet um ein paar Pläne für ein gesünderes Dasein. Wie füttern wir es am besten? Antworten von Sportmediziner und Orthopäde Dr. Luis Schuster:

Seeleben: Zu den guten Vorsätzen gehört meist „mehr Sport“ – wieviel ist gesund, und welcher?

Dr. Luis Schuster: Wer sich gedanklich mit Sport befasst, hat ja schon begonnen, sich in Bewegung zu setzen. Dann ist es in der Regel auch zu schaffen, sich zweimal in der Woche aktiv zu betätigen. Grundsätzlich eignet sich jede Form von Sport, die körperliche Fitness aufrechtzuerhalten. Dabei auf das hören, was Spaß macht, meistens ist das ohnehin die Sportart, die den körperlichen Eignungen, Lebensstil und Möglichkeiten am besten entspricht. Gerne aber auch die Routine durchbrechen, z.B. mit Schneeschuhwanderung oder Skilanglauf. „Variatio delectat“: Abwechslung freut Körper und Seele.

Seeleben: Training im Fitness-Center gehört fast schon zum guten Ton – reicht „normaler“ Sport heute nicht mehr aus?

Dr. Luis Schuster: Stress und Zeitdruck im Alltagsleben haben zugenommen. Da ist das Fitness-Studio eine zeitlich effiziente, bei jedem Wetter praktikable Lösung, um den Auswirkungen von Bewegungsmangel bzw. von ständigen, kopfgesteuerten Bewegungsabläufen und Zwangshaltungen entgegenzuwirken. Insgesamt geht es bei Sport und Bewegung aber um das Gesamtpaket „Körper-Geist-Freude“, darum sollte, wann immer möglich, der Bewegung an der frischen Luft, in der Natur, der Vorzug gegeben werden.

Seeleben: Wie finde ich raus, welcher Sport für mich tatsächlich gut, richtig, effektiv ist?

Dr. Luis Schuster: Wie gesagt: grundsätzlich ist jeder Sport gut, bzw. geeignet. Was individuell am besten passt, finden Sie übers Bauchgefühl und Ausprobieren heraus. Dabei gut auf die Signale des Körpers hören. Sollte man z.B. beim Joggen Kniegelenksbeschwerden bekommen, kann das ein Hinweis sein, dass hier doch nicht alles „rund läuft“. Bei Unsicherheiten kann ein Orthopäde prüfen, was für Ihre Knochen und Gelenke belastend oder förderlich ist.

Seeleben: Den Jahreswechsel nutzt man gern auch für Entscheidungen, z.B. wenn die Skisaison möglicherweise eine Knie-OP verlangt. Wann ist diese wirklich nötig?

Dr. Luis Schuster: Mittlerweile hat sich eine Kultur von „Vertrauen ist gut, Kontrolle auch“ etabliert, so dass die professionelle Zweitmeinung heute zum Entscheidungsprozess dazugehört. Das ist allein schon deswegen sinnvoll, weil eine Kniegelenksoperationen (vor allem die Implantation künstlicher Kniegelenke) kompliziert und risikoreich ist. Da fast jede fünfte Kniegelenk-Endoprothese bei Patienten unerwartete Probleme verursacht, lohnt es sich immer, alle alternativen Möglichkeiten auszuschöpfen. Öfter als erwartet, können Schmerzen und Funktionseinschränkung ohne Operation, durch konservative Maßnahmen (Änderung von Lebensgewohnheiten, Unterstützung von Orthopäden und Physiotherapeuten, gezieltes Bewegungstraining etc.) effizient und anhaltend behoben und fortschreitender Gelenksverschleiß vermieden werden.

Seeleben: Und was sind Ihre guten Vorsätze fürs neue Jahr?

Dr. Luis Schuster: Sich nicht ins Bockshorn jagen lassen! Sowohl gesundheitlich wie allgemein ist Gelassenheit eine gute Voraussetzung, die Herausforderungen des Lebens zu meistern. Das bemühe ich mich immer auch, meinen Patienten zu vermitteln.

>> Orthopädie Starnberg, Dr. med. Luis Schuster, Enzianstr. 4, Percha, Sprechzeiten nach Vereinbarung: 08151 / 651 606 7