Starnberger Seeleben
Annett Fleicher

© Portrait Annett Fleischer: Katrin Schoening

Annett Fleischer

Böses Mädchen mit sozialem Gewissen

Mit Sinn für Unsinn machte Annett Fleischer bereits bei „Tramitz & Friends“ und als „böses Mädchen“ in der gleichnamigen RTL-Comedy-Serie Furore, bevor sie als Polizeikommissarin Sonja Wirth auf die Seite der Guten, ins Revier von „Hubert & Staller“ wechselte.

Seeleben: Die letztes Jahr ausgestrahlte fünfte Hubert & Staller-Staffel war mit bis zu 11% Marktanteil die bisher erfolgreichste – macht das stolz?

Annett Fleischer: Na klar! Das ist ein grandioses Ergebnis für eine Vorabend-Serie und eine Liebeserklärung der Zuschauer, die zeigt, dass wir Stories und Charaktere liebevoll und glaubhaft entwickeln.

Seeleben: Da wächst dann aber auch die Erfolgs- Erwartung ...

Annett Fleischer: Dass wir auf unsere Leistung stolz sind, heißt nicht, dass wir uns darauf ausruhen. Die Herausforderung ist jetzt, Geschichten und Persönlichkeiten stimmig weiterzuentwickeln und es spannend zu halten. Die neuen Folgen bieten zum Beispiel gleich mehrere Highlights. Diesmal gibt es, dank Drohnenaufnahmen, atemberaubend schöne Landschaftsbilder. Wir haben tolle Gast-Stars dabei, wie z.B. den genialen Robert Palfrade, und Sonja hat zahlreiche Undercovereinsätze, von Punkerszene bis Rotlichtmilieu.

Seeleben: Ihr persönliches Highlight in Staffel 6? Annett Fleischer: Für eine Folge durfte ich Tango tanzen lernen – meine neue Leidenschaft. Seeleben: Apropos Highlight: was sind die schönsten Momente beim Drehen ...

Hubert & Staller

© Chris Hirschhäuser (ARD)

Annett Fleischer: Eigentlich immer, wenn wir draußen am See drehen. Die Landschaft und Atmosphäre sind einfach unbeschreiblich schön. Wenn wir am Ufer drehen, steh’ ich auch gerne extra früh auf und laufe zu Fuß zum Drehort.

Seeleben: ... und was war der bisher schrägste „Dreh- Moment“?

Annett Fleischer: Das war in einer Folge mit Tieren. Sonja musste auf einem Hof ein Pferd führen und ein Huhn tragen – für mich als Stadtgewächs eine echte Herausforderung. Vor dem Pferd hatte ich gehörigen Respekt, und: wie packt man so ein Huhn? Aber weil das für Sonja alles ganz natürlich ist, musste das auch bei mir easy aussehen.

Seeleben: Welche Herausforderungen wünschen Sie dem Ermittler-Team für die Zukunft?

Annett Fleischer: Oh, da gibt’s schon noch einige Möglichkeiten. Unserem Team könnte zum Beispiel ein Hund gut tun, der das Geschehen aufmischt. Oder wir könnten Ermittlerkollegen aus einer anderen Serie begegnen. Oder zwischen Hubsi und seiner Ex funkt’s wieder...

Seeleben: Und was hält Annetts Zukunft parat – ein Umzug nach Bayern, eine neue Rolle??

Annett Fleischer: Im letzen Jahr hatte ich eine interessante Rolle im spannenden Doku-Thriller „Die Luther Matrix“ (ARD, 11.4.17, 22.45 Uhr); ein sehr interessantes Format, das mich auch künftig reizen würde. Umzug? Ich bin total gern hier. Aber als echter Familienmensch wäre mir die Distanz Berlin-Bayern auf Dauer zu weit. Für mich sind Nähe und das Miteinander unheimlich wichtig.

Seeleben: Hat Sie das auch zur Gründung des Vereins „Netzwerk des Lebens e.V.“ veranlasst?

Annett Fleischer: Nähe und Austausch sind elementar für menschliches Wohlgefühl. Das gilt in jedem Alter. Ich habe viele alte und kranke Menschen, aber auch Kinder erlebt, die wenig in soziale Netze eingebunden und einsam sind. Ihnen zum Zuhören, für Gespräche und Begegnung Zeit zu schenken, gehört für mich zu meinem Menschsein dazu. Mit unserem Verein „Netzwerk des Lebens“ versuchen wir, der in unserer virtuellen Zeit zunehmenden Vereinsamung entgegenzuwirken.

Seeleben: Wenn Sie nicht Schauspielerin geworden wären, wären Sie ...

Annett Fleischer: ... wäre ich wohl im Konzertmanagement gelandet. Ich habe ja Marketing und Öffentlichkeitsarbeit studiert – und große Konzerte organisieren, das wäre schon mein Ding gewesen. Aber es ist alles richtig gut so, wie es ist – ich kenne meinen Standort. Ich mache ja nichts Großartiges: ich heile nicht, ich rette nicht – aber ich schade auch nicht. Ich mache nur Unterhaltung – das aber richtig gern.

Seeleben: Also eigentlich doch kein „böses Mädchen“? Annett Fleischer: Nicht wirklich – obwohl mir eine Rolle als knallharte, eiskalte Politikerin schon gefallen würde.

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