Starnberger Seeleben
Brano Sendrei

Brano Sendrei

Junger Kopf von alter Schule

Obgleich erst zwei Jahre jung, ist die Boston Bar längst als Kultort für entspannte Cocktailkunst im Herzen Starnbergs verankert. Ob Frühstücker, Businessluncher oder Nachtschwärmer, hier findet jeder etwas erfreulich Geschmackvolles, das auf keiner Karte steht: echte, gepflegte Gastkultur. Ein kleines Gast-Gespräch mit Brano Sendrei.

Seeleben: Das Serviceteam der Boston Bar trägt lange schwarze Schürzen, achtet sehr auf gepflegte Umgangsformen, ist das für eine Tages- und Nachtbar nicht irgendwie „old fashioned“?

Brano Sendrei: Überhaupt nicht. Guter Stil ist genauso wichtig wie Küche und Ambiente. Ton und Benehmen prägen die Atmosphäre entscheidend mit. Sie sind wie eine emotionale Raumausstattung und ganz wichtig dafür, dass ein Gast sich wohlfühlt.

Seeleben: Klingt nach dem guten Konzept des Chefs – geht das mit jungen Servicekräften wie im Boston Team problemlos auf?

Brano Sendrei: Ja, klar, das merkt man ja. Das ist auch keine Frage des Alters, sondern der Glaubwürdigkeit. In der Boston Bar sind Respekt, Höflichkeit und Freundlichkeit keine Arbeitskleidung. Sie sind unser Selbstverständnis. Nicht nur dem Gast gegenüber, sondern auch in unserem Miteinander. Wer gewohnt ist, sich fair und liebenswürdig zu verhalten und selbst so behandelt wird, für den ist das ganz normal. Mein Team darf das von mir erwarten und ich erwarte es von allen im Team.

Seeleben: Da schwingt scheinbar viel Erfahrung mit, aber die Boston Bar gibt’s doch erst zwei Jahre.

Brano Sendrei: Stimmt. Aber ich bin ja schon seit 19 Jahren in der Gastronomie und so lange ich denken kann, war eine eigene Bar immer mein Traum. Das alles ist Stück für Stück solide gewachsen. Darum hatte ich die Chance, kontinuierlich zu lernen und alle Erfahrungen sofort in meinen beruflichen Weg mit einzubauen.

Behaglichkeit ohne Plüsch: Die Einrichtung der Boston Bar gewinnt mit klaren Weiß- und Brauntönen, Holz- und Lederstrukturen sowie angenehm aktzentuiertem Lichtkonzept, moderne Gemütlichkeit.

Seeleben: Hat der Traum unter der Realität gelitten?

Brano Sendrei: Gelitten nicht, aber er erfüllt sich ja nicht von allein. Da steckt natürlich richtig viel Arbeit drin. Manches geht schneller und leichter als erwartet, manches dauert länger und gestaltet sich schwieriger. Angefangen hat alles als ich mit 15 Jahren begonnen habe in Restaurants zu arbeiten. Damals hatte ich zum ersten Mal einen Showbarkeeper gesehen, der mich so fasziniert hat, das ich das auch lernen wollte. In meiner Heimat habe ich daraufhin die Restaurantfachschule besucht und als Bartender mehrere Preise gewonnen. In Deutschland folgten dann weitere Wettbewerbs-Preise und 2012 habe ich in Starnberg den Flying Cocktail Service gestartet, noch als echte One Man Show. Mittlerweile sind es 5 ausgebildete Bartender und 6 verschiedene Themen-Bars. Als sich dann 2016 die Chance bot, die Boston Bar aufzumachen, war das Traumerfüllung, Risiko und finanzielles wie kräftemäßiges Investment.

Seeleben: Kein Traum, mit dem man reich wird?

Brano Sendrei: Eher nicht, aber das war auch nicht das Ziel. Es war einfach das, was ich immer machen wollte, was zu mir passt, was mich reizt. Das Cocktailmixen war immer mein Ding, die artistische Kulinarik, Barpublikum, Menschen, Unterhaltung.

Seeleben: Was waren die wichtigsten Zutaten, damit das so verwirklicht werden konnte?

Brano Sendrei: So etwas schafft man nicht als Solo-Player. Ohne Ioana an meiner Seite und das Team wären wir nicht, was wir inzwischen sind und wofür die Gäste die Boston Bar schätzen. Wir sind eine eigene kleine Familie und das ist sehr, sehr viel wert.

Seeleben: Was ist eigentlich schöner – Gast sein oder Gastgeber?

Brano Sendrei: In der Boston Bar beides.


>> Boston Bar, Maximilianstraße 5, Starnberg, geöffnet: Mo - Sa: 9.30 Uhr - 1.00 Uhr, So: 9.30 - 17.00 Uhr, Tipp: Mittwochs Tapas-Abend

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