, Starnberger Seeleben
Ida Ding

Ida Ding

Ida Ding

Die Ding heisst Fey oder Anders*

„Jedes Ding hat zwei Seiten“ – diese Redensart widerlegt Ida Ding spielend. Erstens hat das „erste Ding der Ding“, ihr frischer Krimi „Hendlmord“ 288 Seiten und zweitens hat sie selbst so viele verschiedene Namen und Talente, dass der Spruch auch für sie nicht gilt. Unter den Namen Fey, Abe und Anders schreibt die Pöckinger Autorin spannungs- und gehaltvolle Romane und lässt als Ida Ding jetzt Muck Halbritter den Hendlwickerl-Mörder jagen.

Seeleben: Kinderbücher, Thriller, historischer Roman, Sachbuch – verschiedene Namen, verschiedene Genres – jetzt ein Regionalkrimi, woher kommt die Vielfalt?

Ida Ding: Ich denke eigentlich nicht in Genres, das Thema ist als erstes da, daraus ergibt sich dann das Format, die Perspektive, aus der ich erzähle. Ich gehe von meinem eigenen Interesse aus. Die Geschichte muss spannend, sprachlich gut und nicht oberflächlich sein. Ich will ja niemanden langweilen.

Seeleben: Sie leben seit Ihrer Kindheit in Pöcking. Während Ihre anderen Bücher in Ort und Zeit weiter weg sind, findet der Hendlmord quasi vor Ihrer Haustür statt - schreibt sich das leichter oder schwerer?

Ida Ding: Deutlich leichter. Ich kann einfach rausgehen, den Leuten vom Mund wegschreiben, Bilder abgleichen, Gerüche nachtanken, sehen, dass atmosphärisch alles stimmt.

Pöcking Dorfstraße, Zeichnung von Ida Ding

Seeleben: Orte und Personen sind also echtes Pöcking?

Ida Ding: Natürlich nicht nur, schriftstellerische Freiheit gehört schon dazu. Klar kommt es vor, dass die Pöckinger überlegen, wer hinter der einen oder anderen Figur steckt. Aber eine Figur setzt sich immer aus mehreren Personen und Zügen zusammen. Allerdings merk ich mir schon Dinge und sammle Eindrücke, Aussprüche. Oder manchmal, wenn jemand dem Thomas, meinem Mann etwas erzählt, der ja wie der Muck Halbritter aus dem „Hendlmord“ immer gerne hilft und zuhört, dann sagt er schon „wer weiß, vielleicht können wir’s mal für’n Roman brauchen“.

Seeleben: Ihr Mann ist also Ihr Komplize?

Ida Ding: Wir sind seit 24 Jahren verheiratet und der „Hendlmord“ ist im Grunde eine Liebeserklärung an ihn. Das sagt eigentlich alles, ohne ihn geht’s nicht. Die Hendlmord-Lesungen werden mit seinem kabarettistischen Können erst richtig rund.

Seeleben: Apropos Lesungen, machen Sie das gern, sind Sie nervös, wie gehen Sie mit Kritik um?

Ida Ding: Ich mache sehr gern Lesungen. Und als Künstler muss man bereit sein, seine Seele nach außen zu stülpen. Was man schreibt ist sonst nicht echt. Man darf keine Hemmungen haben.

Seeleben: Worüber freuen Sie sich denn besonders, was ist das schönste Lob?

Ida Ding: Hmm, wenn ich Leser berühre, sie durch das Lesen etwas Neues erfahren, wenn ein Leser zum Beispiel zu mir sagt „Mensch, das hab ich ja noch gar nicht gewusst“ oder wenn, wie im Hendlmord, eigentlich jeder überrascht ist, wer dann der Mörder ist, es aber bisher dennoch jeder plausibel und schlüssig findet. Ach ja: und Lachen natürlich. Wenn bei einer Lesung das Publikum mitgeht, sich an der einen oder anderen Stelle im Humor findet und lacht – das ist wunderbar.

Seeleben: Man kann also davon ausgehen, dass Sie bald wieder „ein Ding drehen“?

Ida Ding: Oh ja, für den Muck Halbritter und sein Umfeld gibt es da noch so einige Ideen!


* Dieser Satz geht auf Sohn Jonas zurück, der so die berufliche 4-Namigkeit seiner Mutter (Ding, Fey, Abe, Anders) griffig mit einem Satz erklärt.

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