Starnberger Seeleben
Katja Sebald

Katja Sebald

Wertschätzende Geschichtenerzählerin

Das neue Buch „Mein bester Spezi ist der Kramerfeichtmartl gewesen“ von Katja Sebald ist ein kleines gedrucktes Heimatjuwel. Auf den Spuren Oskar Maria Grafs wandernd, macht die Kunsthistorikerin die vielen Facetten der Geschichte Bergs und seiner Bewohner sichtbar. Ein Gespräch über Spuren und ihre Bedeutung.

Seeleben: Seit den Oskar Maria Graf Festtagen 2017 in Berg leiten Sie Führungen auf den Spuren des Schriftstellers – woher kommt die Lust an der Spurensuche?

Katja Sebald: Mich hat schon immer interessiert, was die Dinge von früher erzählen können. Ursprünglich habe ich als Übersetzerin Texte von einer Sprache in die andere übertragen, heute vermittele ich zwischen Kunst und ihren Betrachtern und begleite Entdeckungsreisende auf historischen Wegen. Wenn es mir gelingt, Geschichte in Geschichten so vorstellbar zu machen, dass jemand sagt „So hab’ ich das noch nie gesehen“, dann geht alles für mich auf. Die Graf-Führungen waren zudem besondere Erlebnisse, weil oft auch Menschen dabei waren, die mit Bildern, Briefen und Wissen von früher das Ganze weiter angereichert haben.

Oskar Maria Graf bei einem Berg-Besuch vor seiner alten Schule

Die ihm zu Ehren errichtete Bronze- Skulptur vor der nach ihm benannten Grundschule in Aufkirchen

Seeleben: Geht man anders durch eine Landschaft, wenn man historische und biographische Spuren ihrer früheren Bewohner erkennen kann?

Katja Sebald: Unbedingt! Erst wenn ich weiß, was ich da vor mir sehe, kann ich es ja verstehen, seine Bedeutung ermessen. Auf den Wegen durch Berg und Umgebung kommen mir oft Textzeilen von Oskar Maria Graf in den Sinn.

Seeleben: Ihr neues Buch ist keine Biografie im herkömmlichen Sinn. Sie nennen es eine Art „Dorf-Chronik“. Warum ist es wichtig, das Früher festzuhalten?

Katja Sebald: Ich wollte Geschichten und Erlebtes festhalten, solange noch jemand da ist, der sich erinnern kann und solange Häuser und Spuren noch sichtbar sind. Im Grunde ist es eine Wegbeschreibung geworden, eine Brücke vom Früher ins Heute. Das ist das Bemerkenswerte bei Oskar Maria Graf: Dass man so viele Textpassagen an noch heute bestehenden Gebäuden, und übrigens auch Familiennamen, verorten kann. Wenn das alte Berg verschwindet, wird das nicht mehr möglich sein.

Seeleben: Können denn die Spuren, die andere hinterlassen, eine Navigationshilfe für die Zukunft sein?

Katja Sebald: Ja, sicher. Nur wenn wir wissen, woher wir kommen, wer, bzw. was wir waren, können wir auch in Zukunft verantwortungsvoll handeln.


PS für O.M.G.-Spurenwandler

Mehr Infos, Details und historische Erbstücke des Schriftstellers gibt es übrigens im Hildebrandhaus in München, wo die Monacensia als „literarisches Gedächtnis der Stadt München“ auch den Nachlass von Oskar Maria Graf verwahrt.

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