Starnberger Seeleben

Markus Flexeder

... und er wird es wieder tun ...

„Zwei sind eine Serie“, wissen wir von den Ermittlern und Profilern aus der Krimi-Literatur. In diesem Sinne ist der Landshuter Autor Markus Flexeder bereits ein Serientäter. Nach „Blutwinter“ und „Böse sind die anderen“ ist zu erwarten, dass er auch ein drittes Mal zuschlagen wird ...

Seeleben: Herr Flexeder, Sie haben eine bunte Berufskarriere hinter sich. Was hat den Ausschlag gegeben, Autor zu werden – und wie lang war der Weg vom Wunsch zur Wirklichkeit?

Markus Flexeder: „Kino“, ist die erste Antwort. Ich liebe Filme und 1998 während einer nächtlichen Autofahrt hat mich eine Filmidee geradezu überwältigt. Einfach so. Ich notierte mir ein paar Stichpunkte, verwarf das Ganze aber und die Notizen verschwanden in einer Schublade. Irgendwie stolperte ich immer wieder über den Zettel und dachte oft „ja, irgendwann“ … 2002 hatte ich dann, nach zwei Operationen in Starnberg, viel freie Zeit und begann gedanklich mit einem Roman, den ich auch als Film schon vor mir sah. Somit spielt Starnberg durchaus eine Rolle als „literarischer Geburtshelfer“. 2006 hatte ich 600 Seiten verfasst, die ich letztlich als schlecht und naiv verwarf. Aber jetzt war ich vom Schreib-Virus infiziert und begann 2011, diesmal strukturierter, mit einem neuen Projekt. Ich fand einen guten Literaturagenten, der meinen ersten Krimi „Blutwinter“ an einen renommierten Verlag vermittelte und mich bis heute begleitet. 2016 folgte dann bereits „Böse sind die anderen“.

Seeleben: Ihr erstes Buch hat Brauchtum und Historie, Ihr zweites Tradition und Politik als Hintergrund-Motive – beide verbindet das Kriminalistische, wie kommen Sie zum Genre Krimi?

Markus Flexeder: Das geschah eher per Zufall. Ich sprach 2011 mit meinem Bruder über meine Ideen und der meinte: „Schreib halt ´nen Krimi.“ Tja und dann tat ich das.

Seeleben: Von der Idee bis zur druckreifen Fassung – was passiert da so alles, bis die Geschichte rund ist?

Markus Flexeder: Meine Zutaten im Vorfeld: Nikotin, Weißweinschorle, Espresso und viel, viel denken. Allerdings kommen die besten Ideen zwischen dem Denken und dem Denken: in der Badewanne, beim Autofahren etc. Dann läuft der Kopf solange zick zack, bis sich eine Anfangssituation herauskristallisiert. Das ist ein sehr spannender Prozess! Dann folgt natürlich Recherche, Recherche, Recherche und ich ziehe auch immer Berater hinzu, damit das Ganze authentisch wird. Nach der ersten Rohfassung folgen mehrere Überarbeitungen, bevor eine Handvoll Personen testlesen darf, und erst nach dem Feedback meines Agenten, Thomas Montasser, geht das Skript an den Verlag. Die Finalphase sieht dann so aus: Verlagsvertrag, eine weitere Überarbeitung durch den Verlagslektor, finale Prüfung und schließlich die Freigabe der Druckfassung.

Seeleben: Ihr Protagonist in beiden Fällen ist der Journalist Korbinian Lallinger. Welche Eigenschaften teilen Sie sich mit ihm?

Markus Flexeder: Wir rauchen beide eindeutig viel zu viel …

Seeleben: Und welchen Schauspieler würden Sie, gesetzt den Fall, Ihre Bücher würden verfilmt werden, in der Rolle des Journalisten Lallinger gerne sehen?

Markus Flexeder: Christian Tramitz, er kann nämlich auch ernst!

Seeleben: Mit Ihren beiden Büchern waren Sie jeweils auf Lesereise. Notwendige Pflicht oder geliebte Kür?

Markus Flexeder: Beides. Im Vorfeld kann ich zwei Tage nichts essen und wenn es vorbei ist, bin ich entspannt bereit für den nächsten Gipfel. Und wenn der neue Termin dann näher kommt, geht’s von vorne los.

Seeleben: Wenn Sie, wie jeder solide Serientäter, Ihrem Modus Operandi treu bleiben, müsste, nach den 2014 und 2016 erschienenen Kriminalromanen, der nächste Korbinian Lallinger-Fall 2018 erscheinen?

Markus Flexeder: Leider hat Korbinian am Ende von „Böse sind die anderen“ ein bisserl Mist gebaut. Ich schenke ihm erst einmal eine Auszeit und widme mich, außerhalb der Lallinger-Reihe, einer Art Abenteuerkrimi im Stil eines historischen Tagebuchromans, der hoffentlich im Herbst 2018 erscheint. Setting wird das München von 1922, düster und dreckig, abseits der goldenen Zwanziger.


Markus Flexeder: Steckbriefdaten

1973 im niederbayerischen Eichendorf geboren, hat Markus Flexeder sich zunächst in vielen beruflichen Feldern ausprobiert – z.B. als Finanzberater, Fitness- und Personaltrainer, Küchenverkäufer und technischer Kaufmann – bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Sein Debütroman Blutwinter erschien 2014 zur Frankfurter Buchmesse.

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