Starnberger Seeleben
Emma

Aus der Vogelperspektive

Der Starnberger See fasziniert uns mit seinem Wasser, den Ufern und Stegen, „seine“ Menschen polarisieren, seine Farben und Weite beeindrucken. Wie aber wirkt das Ganze für jemand, der See und Geschehen vorwiegend aus der Distanz, „von oben“ erlebt?

Starnberger Seeleben: Zunächst mal danke, dass Sie sich für uns Zeit nehmen, wie dürfen wir Sie ansprechen?

Möwe: Für uns Vögel sind Namen Schall und Rauch, wir erkennen und benennen uns nach unserem Gefieder. Dass wir fürs menschliche Auge mehr oder minder alle gleich aussehen, hat ja schon der Herr Morgenstern in seinem Gedicht „Möwenlied“ festgehalten, sagen Sie also einfach „Emma“ zu mir.

Starnberger Seeleben: Sehr gerne. Die Perspektive, aus der Sie, Emma, den See sehen, ist für uns eine außergewöhnliche, die wir nur selten –aus Flugzeug oder Ballon – einnehmen. Hat der Blick aus der Himmelshöhe für Sie noch etwas besonderes?

Emma: Da Fliegen unsere Natur ist, gehört die Vogelperspektive für uns tatsächlich zum Alltag. Auch wenn sie von Weitblick gekennzeichnet ist, ist das unsere gewohnte, normale Sicht auf die Dinge. Ich würde den Blick von oben daher nicht per se als besonders bezeichnen. Allerdings ist er ja nur ein Teil des Flugerlebnisses; losgelöst in der Weite des Himmels über die Landschaft schweben zu können, das bleibt immer besonders.

Starnberger Seeleben: Wie wirken wir Menschen von da oben?

Emma: Klein.

Starnberger Seeleben: Und außerdem? Wie wirkt das menschliche Tun und Miteinander auf Sie?

Emma: Oft auch ein wenig klein. Das kann natürlich auch in der Spezies Mensch begründet liegen. Man sagt uns Möwen ja ein ausgeprägt hoch entwickeltes Sozialverhalten nach. Von daher ist unser Anspruch vielleicht zu groß, aber manchmal erscheinen mir die Menschen schon ein wenig ruppig im Umgang miteinander.

Starnberger Seeleben: Dennoch suchen Sie immer wieder die Nähe zu Menschen …

Emma: Absolut. Nur weil wir nicht alles verstehen oder gutheißen, bedeutet das nicht, dass wir die Menschen nicht schätzen. Wir teilen mit ihnen zum Beispiel die Liebe zu Geselligkeit, zum Lachen und gutem Essen.

Starnberger Seeleben: Bezüglich letzterem, nennt man Sie gelegentlich gierig und es heißt, Sie würden mitunter wenig zimperlich Mundraub betreiben …

Emma: Touché, Fremd-Naschen ist tatsächlich eine unserer echten Schwächen. Es fällt mir sehr schwer, an einem appetitlichen Pommes-Schälchen vorbeizufliegen.

Starnberger Seeleben: Als Vielfliegerin kommen Sie weit rum, was unterscheidet die Starnberger Seeregion von anderen Landesteilen?

Emma: Oh, wir haben hier hervorragende Flugbedingungen, eine außergewöhnlich angenehme Luft- und Lebensqualität und die Landschaft hier ist ein wunderbares Mosaik aus Wasser, Bergen, Wäldern, Wiesen, das mich mit seinem Abwechslungsreichtum immer wieder neu begeistert.

Starnberger Seeleben: Also die schönste Landschaft der Republik?

Emma: Ach, das ist auch wieder so typisch menschlich: diese sinnlose Vergleicherei. Dauernd schielen Sie, wer größer, schöner, reicher ist. Wir Möwen wissen: weil es jeden Moment und jeden Vogel exakt nur ein Mal gibt, ist jeder einzigartig und somit unvergleichlich. Wir erkennen Besonderheit und Schönheit losgelöst vom Komparativ.

Starnberger Seeleben: Möwen sind klüger als Menschen?

Emma: Schon wieder ein Vergleich … vielleicht ermöglichen uns der Blick aus der Distanz und die Fähigkeit zu fliegen einfach eine grundsätzlich freiere Daseinsform, eine losgelöstere Betrachtungs- und Denkweise. Wenn Sie fliegen könnten …

Starnberger Seeleben: … wäre das wunderbar!

Emma: Warten Sie mal, ich hab’ da so eine Idee … (bei diesen Worten schnappt sich Emma unsere Kamera und schwingt sich spontan in die Lüfte. Als sie eine halbe Stunde später wieder landet, meinen wir, der Möwenmiene ein Lächeln entlesen zu können); schau’n Sie mal, ich habe ein paar Augenblicke Unvergleichlichkeit für Sie festgehalten.

PS: Emmas Bilder teilen wir natürlich gerne. Auf den folgenden Seiten dürfen Sie – mit Möwengrüßen – ein bisschen über den See fliegen. Viel Vergnügen dabei!

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