Starnberger Seeleben
S.K.H. Prinz Luitpold von Bayern

S.K.H. Prinz Luitpold von Bayern

Schlossherr mit Bodenhaftung:

Der Vater der Ritterspiele

Als Gründervater des Kaltenberger Ritterturniers kann S.K.H. Prinz Luitpold von Bayern heuer besonders stolz sein. Wie sein erster Zögling, die Schlossbrauerei Kaltenberg, hat sich unter seiner Führung auch das Kaltenberger Geschwisterkind prachtvoll entwickelt. 1979 als kleines Regional-Fest geboren, wurde es 2017 als hochkarätiges Mittelalter-Festival mit dem Live-Entertainment-Award ausgezeichnet und wird in diesem Sommer 40.

Seeleben: Prinz Luitpold*, Bier, Bayern, Tradition, das lässt viele Fest-Formen zu, warum entschieden Sie sich 1979 für ein Ritterturnier?

Prinz Luitpold: Ich glaube, jedes Kind ist von Rittern, Schwertern und Burgen fasziniert. Trotz ihrer Beliebtheit im Mittelalter, waren Ritterturniere in Deutschland nicht mehr existent. In England gab es sie noch und als ich am Tower eine Truppe erlebte, wollte ich Ritter wieder zu uns holen. Bei allen hiesigen Volksfesten war das ein noch unbeackertes Feld, das uns in Kaltenberg die Möglichkeit zur Alleinstellung bot. Wir haben als kleines Turnier mit 16 Mann starker Truppe begonnen und zählen heute zu den größten Mittelalter-Events der Welt.

Immer wieder imposant: Der prachtvolle Auftakt mit Ross und Reiter.

Seeleben: Eine gigantische Entwicklung, was war in diesen 40 Jahren besonders bemerkenswert?

Prinz Luitpold: Vieles! Als erstes Ritterturnier der Neuzeit waren wir natürlich auch fürs Fernsehen interessant. Anlässlich der Eröffnung führte ein TV-Bericht dazu, dass wir am zweiten Festival-Wochenende regelrecht überrannt wurden. Ein echtes Chaos! Und einmal gab’s an allen neun Festivaltagen strömenden Regen und wir standen knietief im Sumpf. Das Wetter, zu heiß oder zu nass, ist jedes Mal eine Herausforderung. Aber der Geist und Zusammenhalt des Teams ist immer großartig.

Seeleben: In unserem medialen Unterhaltungszeitalter hat ein Ritterturnier starke Konkurrenz ...

Prinz Luitpold: Ja, unsere Show muss filmreif sein, so gut, dass die Zuschauer bei jedem Wetter sitzen bleiben. Und das ist auch so. Das gelingt uns mit eigenem Drehbuch, exzellenter Regie, tollen Darstellern und Stunt-Pferden mit Hollywoodfilm-Erfahrung. In den letzten 5 Jahren wurde dies unter der Leitung von meinem Sohn Heinrich zu neuen Höhen gebracht. Wir investieren natürlich auch immer wieder in Infrastruktur und Programm, um das Festival sicher und reizvoll zu erweitern.

Seeleben: Ist das Festival im „virtuellen Entertainment-Meer“ quasi eine Art Anker für reales Erleben?

Prinz Luitpold: Absolut. Anders als vor dem Bildschirm sind Sie unmittelbar im Geschehen und erleben als Familie gemeinsam etwas, das alle Sinne anspricht und es sonst in dieser Form nicht gibt: Actionreiche Show, Marktreiben, alte Handwerkskunst und echte Mittelalteratmosphäre.

Seeleben: Wie schützen Sie das Festival vor dem Schicksal der Wiesn, von der Sie sagen, sie sei zum Karneval geworden?

Prinz Luitpold: Leider ist das Oktoberfest heute mehr Verkleidung und Exportschlager als Tradition. Statt schnelles Geld mit aus Fernost kommenden Kopien machen zu wollen, ist uns in Kaltenberg authentische Atmosphäre wichtig. Hier kann man sehen und miterleben, wie Produkte handwerklich in echten lebenden Werkstätten hergestellt werden.

Frauenpower in der Arena: Im Jubiläumsjahr brilliert weibliche Stärke.

Seeleben: Gilt der Authentizitätsanspruch auch für die Biere der Schlossbrauerei Kaltenberg?

Prinz Luitpold: Ja sicher. Natürlich steht es jedem frei, mit allen erdenklichen Abwandlungen und Zutaten zu brauen. Dann ist es zwar ein Gebräu aber eben kein Bier. Ein Bier muss ein Bier sein und dem Reinheitsgebot entsprechen. Es sollte auch nicht als Export um die Welt reisen, sondern dort gebraut werden, wo es getrunken wird. Mit den Bieren der Schlossbrauerei machen wir das so.

Seeleben: Die Wittelsbacher und das Bier haben schon immer untrennbar zusammengehört, was ist Ihre früheste „Bier-Erinnerung“?

Prinz Luitpold: Da gibt es keine bestimmte. Bier war immer da als Bestandteil des täglichen Lebens. Auf dem Mittagstisch stand immer auch ein Krug Bier.

Seeleben: Apropos Familie: Wenn Sie eine Zeitreise machen dürften: welchen Vorfahren würden Sie gern treffen?

Prinz Luitpold: Oh, da gäbe es einige.

Seeleben: Und wenn Sie sich für einen entscheiden müssen?

Prinz Luitpold: Dann träfe ich gerne den ersten bayerischen König, Maximilian I. Was ihm, aus einer Wittelsbacher-Seitenlinie kommend und nie mit einer großen Zukunft rechnend, gelang, als er König wurde, ist wirklich bemerkenswert. Er wird oft verkannt, als nur gutmütig dargestellt, muss aber ein unglaubliches Fingerspitzengefühl für richtige Zeitpunkte und Menschen gehabt haben. Es ist faszinierend, wie er es geschafft hat, Bayern durch schwierigste Umstände zu navigieren, zu einen und zu vergrößern, und trotz aller Widerstände immer auf der Butterseite zu landen.

Seeleben: Last but not least: wer Brauerei und Ritterturnier so einfallsreich entwickelt hat, hat wahrscheinlich noch ein paar Ideen ...

Prinz Luitpold: Ja.

Seeleben: Die wollen Sie aber nicht verraten?

Prinz Luitpold: Genau.

Seeleben: Ein Stichwort?

Prinz Luitpold: Die Welt hat noch nicht genug Bier.


*) die von S.K.H. Prinz Luitpold von Bayern bevorzugte Anrede

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