Starnberger Seeleben

Forensische Untersuchung eines Sommerabend-Tatorts

Wenn die Birke Trauer trägt

Als der Notruf in den frühen Morgenstunden des 28.07. einging, war die Stimme des Opfers ersterbend leise. Man konnte bereits hören, dass die davongetragene Verletzung erheblich war. Die darauffolgende Tatort-Begehung - nach den Ortsangaben des Opfers - gab ein erstes ebenso klares, wie verheerendes Bild der offensichtlichen Gewalttat. Demnach handelte es sich um einen Akt brutaler Vergewaltigung. Das Opfer (bisher unversehrtes Naturufer) wurde über einen längeren Zeitraum (Indiz: Menge und Größe der Flaschen) malträtiert und nachhaltig geschändet (Beweis: böswilliges Hinterlassen der Folterwerkzeuge) von einem bisher nicht bekannten, aber offensichtlich mehrköpfigen Personenkreis (Beweis: die Diversität der Flaschen - Wasser, Bier, Sekt, Aperol).

Ergänzende Angaben zum Täterprofil des hinzugezogenen Profilers: „Unsere Täter verfügen über eine normale physische Kondition (sie mussten die Flaschen mit eigener Körperkraft an den abgelegenen Ort transportieren), sind im Alltag, wie die meisten Psychopathen, unauffällig und verfügen scheinbar über soziale Kompetenzen, dennoch tragen sie vermutlich schizophrene Züge (sie bevorzugen unversehrte Natur als Vergnügungsumfeld, wollen, indem sie diese zerstören, aber das gleiche Erlebnis für andere unmöglich machen; ein anonymer Zeuge will zudem gehört haben, wie die dort versammelten Personen sich u.a. über das Versagen der Politik in Sachen Klimawandel beklagten). Die körperliche Kraft der Täter ist größer als ihre geistige (volle Flaschen sind schwerer zu transportieren als leer getrunkene, mangelnde Muskelkraft liegt also nicht vor, mangelnde Intelligenz dagegen ist sofort ersichtlich, da die Tragweite eigenen Handelns offensichtlich nicht im Hirn verankert ist).“

Der Profiler bezweifelt, dass der Appell an die Täter (m,w,d), die Tatwerkzeuge schnellstens zu entfernen und so aktiv zur Heilung des Opfers beizutragen, erfolgreich wäre. Dennoch (darauf beruht jede Hoffnung von Resozialisierungsprogrammen) soll es immer wieder Fälle von Einsicht und Reue geben.

Daher hier der öffentliche Appell an die Vergewaltiger (m,w,d): geht einfach zurück an den Tatort, befreit das Ufer von den Wunden, die ihr ihm zugefügt habt - oder kurz und klar: Räumt euren Müll auf!

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