„Im Kern und am Ende geht’s immer um den Menschen“

Das Geburtstagsgespräch mit Hoteldirektor Tobias Baumann.

Nah, persönlich und völlig KI-frei. Im Geburtstagsgespräch mit dem Starnberger Seeleben spricht Hoteldirektor Tobias Baumann (Foto: Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg) über die DNA des Hauses, verrät, was er in der Hemingway Bar trinkt und hat außerdem eine nette Anekdote parat. 

Von den 20 Jahren, die es das Vier Jahreszeiten Starnberg bereits gibt (Gratulation!), sind Sie bereits seit 13 an Bord - erinnern Sie sich noch an Ihren allerersten Tag? 

Tobias Baumann: Oh ja, das weiß ich noch ganz genau. Das Haus war voll, denn der 15. April 2023 war nicht nur mein erster Tag, sondern auch der Eröffnungstag der Münchner Bauma. Diese Doppelpremiere wurde natürlich amüsiert kommentiert: Bauma und Baumann. Aber es war ein toller Auftakt, ich wurde von Anfang an mit offenen Armen aufgenommen.

Als Sie im letzten Jahr die Position des Hoteldirektors übernahmen, nannte Hotelinhaber Dr. Graessner Sie mit Stolz ein „Eigengewächs“. Damit macht er deutlich, dass Sie wie kaum jemand sonst die DNA des Hauses verstehen - wie würden Sie diese definieren? 

Tobias BaumannMit jeder Faser unserer DNA sind wir überzeugte Gastgeber, die absolute Professionalität mit echter Serviceleidenschaft verbinden. Wir bewegen uns immer auf unsere Gäste zu und für sie weiter. Stillstand geht für uns nicht. Das sieht man daran, wie wir uns in allen Bereichen - vom Seminar- und Businessbereich über innovative Technik und Nachhaltigkeitskonzepte bis hin zu dem inzwischen zum elften Mal erhaltenen Michelin-Stern - kontinuierlich weiterentwickeln. Nach vorne und auf den Gast zu - diese Richtungen liegen in unserer DNA. 

Im Ursprung startete das Vier Jahreszeiten Starnberg als Businesshotel - mittlerweile gibt es auch auszeitenorientierte Specials, das Sternerestaurant Aubergine und regelmäßige Veranstaltungs-Highlights - ist das jetzt ein Hybridmodell aus Business und Urlaub?

Tobias Baumann: In erster Linie waren und sind wir auf den Bereich Business und Events, Seminare und Veranstaltungen fokussiert. Wir haben in der Region die größten Raumkapazitäten und werden in Kürze noch drei weitere Meetingräume im gegenüberliegenden Gebäude dazugewinnen. Aber die eben bereits angesprochene kontinuierliche Weiterentwicklung hat auch dazu geführt, dass viele externe Gäste wegen der Spitzenkulinarik des „Aubergine“ zu uns kommen, oder die Bar besuchen. Auch unser Lunch-Highlight „Sunday’s Best“ hat längst eine große Fangemeinde. Bei der Hotelbelegung hat außerdem die Zahl von Kurzaufenthalten deutlich zugenommen. Ob als Stopover bei der Reise in den Süden oder Wochenendauszeit, bei der man top Service genießen möchte. 

Jeder Hoteldirektor bringt seine eigene Persönlichkeit mitgestaltend mit ein - worin zeigt sich Ihre Handschrift?

Tobias Baumann: Für mich steht die Gästezufriedenheit an erster Stelle und daraus entwickelt sich alles andere. Ich bin sehr genau, habe ein aufmerksames Auge und starte jeden Tag mit einem Rundgang durchs Haus. Ich nehme den Blick des Gastes ein und leite daraus ab, was umzusetzen ist. Grundsätzlich ist meine Handschrift oder mein Stil geprägt davon, dass ich vorlebe, was ich von meinem MitarbeiterInnen erwarte. Das genaue Hinsehen, der Anspruch an Professionalität, respektvoller Umgang, sich gegenseitig zu unterstützen. Im Kern und am Ende geht‘s immer um den Menschen.

Was ist eigentlich Ihr Teamgeheimnis - mir ist im Service bei Ihnen noch nie ein muffiger Mitarbeiter begegnet und die Arbeitsatmosphäre wirkt immer so, als würde tatsächlich jede und jeder das, was er/sie tut, gerne tun. Erwische ich zufällig immer die guten Momente? 

Tobias Baumann: Man kriegt zurück, was man gibt. Wer Gäste glücklich machen will, kann das nur mit Mitarbeitern, die den gleichen Anspruch haben und gerne tun, was sie machen. Dazu müssen Rahmenbedingungen und Atmosphäre stimmen. Dass das bei uns der Fall ist, sieht man an den zahlreichen Initiativbewerbungen, die wir erhalten und an vielen Mitarbeitern, die lange Jahre bei uns sind. Lob, das wir von Gästen bekommen, spornt natürlich zusätzlich an - wenn man merkt, dass andere schätzen, was man für sie tut, macht man es doppelt gern. 

Wenn Sie dem Hotel eine Glückwunschkarte zum 20. schreiben sollten, was würden Sie ihm wünschen? 

Tobias Baumann: Sinngemäß wohl so etwas wie: „Ich gratuliere dir zu 20 Jahren Gastfreundschaft, Begegnungen und besonderen Momenten. Sei stolz darauf, schon zwei Jahrzehnte so beständig exzellente Qualität zu bieten. Behalte deine gute Energie, dich auch in Zukunft so lebendig weiterzuentwickeln!“

Und nun mal ein bisschen aus dem Nähkästchen der Anekdoten und Erfahrungen - der schrägste Moment Ihrer hiesigen Karriere? 

Tobias Baumann: Da fällt mir tatsächlich eine nette Geschichte ein. Wir hatten einmal einen bekannten Fußballspieler zu Gast. Der rief bei der Rezeption an und bat, ob man ihm einen Kicker bringen könnte. Der Mitarbeiter wusste, auch wenn er noch nicht sehr lang im Haus war, dass wir alles tun, um Gästewünsche zu erfüllen. Also kümmerte er sich in Windeseile darum, irgendwo aus der Nähe ein Tischfußball-Gerät zu organisieren.  Obgleich nicht ganz einfach, gelang es uns doch überraschend schnell. Als wir es unserem Gast dann aufs Zimmer brachten, guckte dieser uns verdutzt an, denn mit „Kicker“ hatte er tatsächlich einfach nur die gleichnamige Fußball-Zeitung gemeint. 

… und der bewegendste? 

Tobias Baumann: Das lässt sich nicht auf einen einzigen Moment reduzieren, aber auf eine Art von Momenten, die mich immer wieder bewegt. Nämlich dann, wenn ich spüre, wie eng und loyal viele unserer Gäste uns verbunden sind. Manche kommen bereits seit 20 Jahren zu uns, andere sagen, es sei „wie heimkommen“, wenn sie wieder bei uns sind. Aus manchen Begegnungen sind echte Freundschaften entstanden. Diese Verbundenheit finde ich außergewöhnlich. 

Sie haben in 13 Jahren in vielen Funktionen und Bereichen des Hauses gearbeitet - gibt es auch irgendetwas, das Sie nicht können? 

Tobias Baumann (lacht): Ich denke die Küche wäre nicht der Ort, an dem ich glänzen könnte. Wenn ich sehe, welche einzigartigen Kompositionen das Moser-Team für das „Aubergine“ erschafft - das ist gigantisch, da käme ich nie mit. 

Last but not least: Stranden Sie nach einem Arbeitstag auch mal in der hoteleigenen Hemingway Bar? Wenn ja: was ist dort Ihr Lieblingsdrink? 

Tobias Baumann: Wenn das mal vorkommt, und ich mir einen Belohnungsmoment gönnen möchte, dann bleibe ich klassisch bei einem guten Glas Champagner. 

 

Save the date: Am 16.05.2026 öffnet das Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg seine Türen zum Geburtstags-Event. Eine perfekte Gelegenheit, das Haus mit allen seinen Facetten kennenzulernen.